Humboldt Dschungel @ Bundestag

Eine der „Fragen“ zum Humboldt-Forum, die die Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN dem Deutschen Bundestag am 2. Juni 2019 vorlegte, lautete:

Frage 22: Was ist der aktuelle Stand der Überlegungen seitens der Bundesregierung, eine Fassadenbegrünung, einen sogenannten Humboldt-Dschungel, anzubringen?

Publikation 19/11306
Antwort
2 Juli 2019

@ Deutscher Bundestag
Berlin

Kleine Anfrage

der Abgeordneten Erhard Grundl, Christian Kühn (Tübingen), Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Daniela Wagner, Stefan Schmidt, Margit Stumpp, Tabea Rößner, Katja Dörner, Dr. Anna Christmann, Kai Gehring, Maria Klein-Schmeink, Ulle Schauws, Kordula Schulz-Asche, Beate Walter-Rosenheimer, Stefan Gelbhaar, Dr. Bettina Hoffmann, Oliver Krischer, Stephan Kühn (Dresden), Renate Künast, Gerhard Zickenheiner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Eröffnungstermin, Kostensteigerung, kulturelle Nutzung und Veranstaltungskonzept des Humboldt Forums in Berlin

Die Bundesregierung hat sich mit dem Bau des Humboldt Forums ein Projekt mit kultureller und baupolitischer Strahlkraft zum Ziel gesetzt. Es soll, so steht es im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, weit über seine Museums- und Ausstellungsarbeit hinaus zu einer internationalen Dialogplattform für globale und kulturelle Ideen werden. Auch baulich schmückt sich die Bundesregierung mit dem Stadtschloss als Musterbeispiel eines Bundesbaus. Es soll nach Aussage der Vertreter der Bundesregierung im Bauausschuss für gutes Bau- und Zeitmanagement und ein straffes Controlling als Vorbild für andere Bundesbauten dienen.

Der Presse war am Dienstag, den 12. Juni 2019, zu entnehmen, dass der geplante Eröffnungstermin für Teile des Humboldt Forums im November 2019 nicht eingehalten werden kann. Der Grund seien technische Probleme an der Haustechnik (vgl. www.zeit.de/kultur/2019-06/humboldt-forum-hohenzollern-schloss-berlin- eroeffnung-verschiebung).
Eine weitere Baustelle ist der Streit um die Eintrittsgeldgestaltung des Humboldt Forums. Die Kulturstaatministerin kündigte an, dass das Humboldt Forum drei Jahre eintrittsfrei zu besuchen sei. Dagegen regte sich Widerstand, da so andere Museen benachteiligt würden und zudem kein Konzept für eine Eintrittsfreiheit vorläge, mit dem tatsächlich bisher weniger beteiligte gesellschaftliche Gruppen zu erreichen wären.

Zudem ist bis heute nicht klar, welches Veranstaltungskonzept der Nutzung der riesigen Veranstaltungsflächen im Stadtschloss zu Grunde liegt, wie aus der Antwort des Landes Berlin auf die Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Daniel Wesener (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) vom 29. Oktober 2018 (Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 18/16896) hervorgeht.

Gerade weil der Bau des Gebäudes und die weitere Nutzung zum größten Teil durch öffentliche Mittel – einschließlich Bundesmittel – finanziert wird, ist es nach Ansicht der Fragesteller von besonderer Bedeutung, das Humboldt Forum mit all seinen Ausstellungen, Einrichtungen und Veranstaltungsflächen im Stadtschloss für eine breite Öffentlichkeit niedrigschwellig zugänglich zu machen. Das Angebot ist dabei so zu gestalten, dass eine „Kultur für alle“ entsteht, die der Diversität der Bevölkerung Rechnung trägt.
Ziel der vorliegenden Kleinen Anfrage ist es, zu eruieren, wann das Großprojekt eröffnet werden kann, welche Mehrkosten entstehen, welchem Konzept die Bundesregierung bei dem zukünftigen Betrieb des Humboldtforums folgt und wie der konkrete aktuelle Stand der Umsetzung ist.

Wir fragen die Bundesregierung:

Frage 22:
Was ist der aktuelle Stand der Überlegungen seitens der Bundesregierung, eine Fassadenbegrünung, einen sogenannten Humboldt-Dschungel, anzubringen?