Humboldt Dschungel Veröffentlichungen

Ich bin einfach von dieser visuellen Wucht völlig inspiriert worden. Ich finde, eine grüne Fassade mit einem Wald oben drauf, da wird mehr draus als ein wieder aufgebautes Berliner Stadtschloss, das aber eine künstliche Fassade hat, damit weder richtig historisch noch neu ist und mit diesem Problem ja auch hadert.

Christoph Heinrich, Vorsitzender des WWF Deutschland
In Deutschlandradio Kultur, 18.02.2016: “Architekten wollen Berliner Schloss im Dschungel-Look” von Werner Bloch

Humboldt Dschungel
Awareness Kampagne

2015-2016

@ Presse

TAZ, die Tageszeitung, Brigitte Werneburg, Bestechendes Bild, 8 Juli 2015
Humboldt Dschungel Presse, Radio und WEB Veröffentlichungen.
DIE ZEIT, Werner Bloch, Ist das die Rettung, 18 Februari 2016
Humboldt Dschungel Presse, Radio und WEB Veröffentlichungen.
Berliner Kurier, Stefanie Hildebrandt, Berliner, wollt ihr ein Dornroschen-Schloss,   20 Februari 2016
Humboldt Dschungel Presse, Radio und WEB Veröffentlichungen.

2015-2016
@ WEB

Ein richtiger Dschungel sollte die Fassade des Humboldtforums ins Berlin temporär retten.
Das ist was Frans Vogelaar und Elizabeth Sikiaridi vom Hybrid Space Lab zusammen mit die Partei Bündnis 90/Grüne vorschlagen. Der Dschungel könnte realisiert werden mit innovative Niederländische Landwirtschaft und Gartenbau.
Eine derartige Gestaltung visualisiert nicht nur den interdisziplinären Denkansatz der Gebrüder Humboldt, sie symbolisiert auch die Herkunft der zukünftig beherbergten außereuropäischen Sammlungen aus dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst. Gleichzeitig steht eine grüne Fassade für ein innovatives Deutschland, indem Stadt neu gedacht wird.
Hybrid Space Lab in Berlin ist ein r&d und design Praxis gegründet durch die englisch-griechische Elizabeth Sikiaridi und der Niederländer Frans Vogelaar. Die Tageszeitung von 8. Juli berichtete über der ‚Humboldt Dschungel’.

Der Humboldt-Dschungel soll zeigen, wie ein «Dschungel» die Fassade des Baus temporär retten könnte. «Sollen wir, solange noch 50 Millionen Euro für die Erstellung der ‹Barock-Fassade› des Humboldt-Forums fehlen, auf den Betonrohbau schauen?», fragen die Verantwortlichen der Kampagne Humboldt-Dschungel. Hybrid Space Lab und Uta Belkius haben aus der Berliner Not etwas positives gewinnen wollen: Sie lassen alle Fehlstellen am Bau mit Grün überwuchern, für ein bisschen mehr Dornröschen und weniger Baustellen-Debakel in Berlin.
Doch ist das eine Lösung, um Befürworter und Gegner des Baus zu versöhnen? Es ist wohl eher neues Wasser auf die Mühlen der Gegner, schließlich verweist das neue Grün dieser Rettungsaktion einmal mehr darauf, dass die Finanzierung des Schlosses schon immer wacklig war.  Es wäre mit der Zeit wohl auch zu verlockend, den Kletter-Dschungel bestehen zu lassen und ganz von dem Vorhaben abzukommen, die Fassade fertig zu bauen. Aber, nichtsdestotrotz: Das Schloss steht ja nun mal, warum also nicht überwuchern lassen? 

Die Zerstörung des monumentalen DDR  Palastes der Republik zugunsten der Rekonstruktion seines Vorgängers, des Humboldt Schlosses, in all seiner architektonischen Bedeutungslosigkeit, ist für die Berliner ein deprimierendes Beispiel einer Stadtpolitik, die nichts von der Lebendigkeit von Berlin hat. Aber Berlin ist auch als Stadt bekannt für ihre stoische Subversion und wir begrüßen den von zwei Stadtpolitikern und dem Architekturbüro Hybrid Space Lab angestifteten Vorschlag, das Schloss einfach zu überwuchern – billiger als die bemühte Ornamentfassade, energieeffizient, und im Berliner Stil elegant.

Das Dschungelschloss – Genialer Rettungsplan für das Humboldtforum in Berlin Schon wieder ist ein Niederländer an einem konzeptuellen Rettungsvorschlag für das Berliner Humboldtforum beteiligt: Frans Vogelaar vom Hybrid Space Lab. Die Idee kam ursprünglich von den Berliner Grünen; sie war aber viel zahmer und sah etwas Begrünung vor.
Das Hybrid Space Lab geht in die Vollen: der Betrieb schlägt einen regelrechten Dschungel auf dem Dach und an den Fassaden des rekonstruierten Stadtschlosses vor. Humboldt und Dschungel: das geht ausgezeichnet zusammen.
Der Vorschlag geistert schon eine Weile durch Berliner Hinterzimmer. Im Verlauf der wachsenden Not der Planer scheint er immer mehr Freunde gefunden zu haben, auch auf den Entscheidungsebenen. In den letzten Tagen haben die überregionalen Medien das Thema lanciert, zuletzt DIE ZEIT von heute, und das mit großem Enthusiasmus.
Café Deutschland schließt sich an: Ich will auch mal in den Dschungel!

2016

@ radio

10 Februar 2016
17.10-18.00

@ MDR

10 Februar 2016
18.10-19.00

@ WDR3

Resonanzen
Ist das Berliner Humboldt Forum noch zu retten?

11 Februar 2016
5.00-9.00

@ Deutschlandfunk

11 Februar 2016
19.05-19.30

@ NDR3

NDR Journal

14 Februar 2016

@ SR 2

Kulturmagazin Länge Sieben
Die Rettung des Humboldt-Forums

18 Februar 2016
5.00-9.00

@ Deutschlandradio

Deutschlandradio Kultur
Studio 9
Stadtarchitektur
Architekten wollen Berliner Schloss im Dschungel-Look

Mittlerweile gibt es Bauverzögerungen, die Kosten von 600 Millionen Euro werden wohl auch nicht gehalten. Und jetzt das noch! Der Neubau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt-Forum könnte wie ein Dschungel mit Pflanzen begrünt werden. Der Namensgeber hätte sicher nichts dagegen.

„Die Idee war, das Humboldt-Forum begreifbar zu machen. Also zu zeigen, wo Humboldt sich herumgetrieben hat, was er mitgebracht hat. Ganz viele der Exponate sind ja Pflanzen, und die Idee war, dass man sie einfach auch sieht, dass es lebt, dass man so reingelockt wird.“

Das Berliner Schloss – umrangt vom Grün der Pflanzen. Notker Schweickhardt, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses für die Grünen, ist einer der Initiatoren des Projekt. Es handelt sich keineswegs um ein parteipolitisches Projekt, betont Schweickhardt, sondern um eine private Initiative, die er selbst mit der Sprecherin der Initiative, Uta Belkius, angeregt habe.

Die Idee: Die Fassade des rekonstruierten Preussenschlosses soll begrünt werden. Ja mehr als das: Ein ganzer „Humboldt-Dschungel“ soll ins Zentrum Berlins einziehen.

Dschungel statt Beton – der Tropen-Regenwald soll sich über die Fassade des rekonstruierten preußischen Stadtschlosses legen, dessen Hülle gerade gebaut wird. Er soll das interdisziplinäre Denken Humboldts visualisieren. Und er soll Kultur und Natur, Barock und Dschungel miteinander versöhnen. Schließlich soll in Berlin ein Ort geschaffen werden, an dem sich Besucher und Berliner gerne aufhalten – und der auch kulturell bespielt wird.

„Die Idee von Humboldt und Jungle“

Die Initiative wird umgesetzt von hybrid space lab, einem Berliner Architekturbüro. Frans Vogelaar, Professor an der Hochschule für Gestaltung:

„Nee, wir machen keine traditionelle Stadtbegrünung, das ist superlangweilig, da hab ‚ich keine Lust drauf. Und dann kam die Idee von Humboldt und Jungle, Jungle und Humboldt ist bei mir im Kopf verbunden, nicht Humboldt und Uni.“

Ein historisches Vorbild gibt es schon: das Musée du quai Branly in Paris. Auch dort werden völkerkundliche Sammlungen gezeigt, wie später einmal im Humboldt-Forum. Die hängenden Gärten des Stararchitekten Jean Nouvel sind in Paris leidenschaftlich angenommen werden.

In der Berliner Kulturwelt, ja selbst im Berliner Senat hat das Projekt Humboldt-Dschungel längst ein positives Echo ausgelöst – auch wenn sich manche noch nicht so recht aus der Deckung trauen.

Elisabeth Sikiaridi, Architekturpofessorin an der Humboldt-Universität und Partner bei hybrid space lab:

„Jedem, dem wir das gezeigt haben, hat ist es sehr, sehr positiv aufgenommen worde und die haben auch gesagt: dafür würden wir spenden. Und wir haben auch von mehreren Stellen gehört, dass es die Rettung des Humboldt-Forums sein könnte.“

Ein tropisches Ensemble aus Palmen und Lianen

Wer die Computersimulation des Humboldt-Dschungels sieht, der ist verblüfft. Ein tropisches Ensemble aus Palmen und Lianen, das sich über das Preussische Schloss stülpt und es animiert.

Humboldt und der Dschungel – das hat viel miteinander zu tun. Einen Großteil seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse gewann Alexander von Humboldt bei seinen drei Lateinamerika-Expeditionen zwischen 1799 und 1805. Er arbeitete interdisziplinär, war einer der ersten globalen Forscher. Der Humboldt-Dschungel würde ihn nun als Denker, Reisenden und Abenteurer nach Berlin zurückbringen.

Christoph Heinrich, Vorsitzender des WWF Deutschland:

„Ich bin einfach von dieser visuellen Wucht völlig inspiriert worden. Ich finde, eine grüne Fassade mit einem Wald oben drauf, da wird mehr draus als ein wieder aufgebautes Berliner Stadtschloss, das aber eine künstliche Fassade hat, damit weder richtig historisch noch neu ist und mit diesem Problem ja auch hadert.“

Das Humboldt-Forum müsse sich diesen Namen erst mal verdienen, meint Heinrich.

Die Initiatoren des Humboldt-Dschungels sehen sich nicht so sehr als Konkurrenz zur Fassade des Preussischen Stadtschlosses, deren Finanzierung von „Schloss-Fan“ und Wiederaufbau-Initiator, dem Lobbyisten Wilhelm von Boddien mit aller Macht betrieben wird; sie können sich den Dschungel auch durchaus in Verbindung mit der geplanten Barockfassade vorstellen. Deren riesige Felder von uniformen Steinplatten würden dann durch ein lebendiges Grün überwölbt, das ein Zeichen für die Zukunft sein soll.

18 Februar 2016
17.05-17.12

@ Ö1 ORF1

Es ist das größte kulturelle Bauvorhaben in der Geschichte der Bundesrepublik: das Berliner Humboldt-Forum. Doch das Projekt an zentraler Stelle, dort wo einmal der Palast der Republik stand, ist ins Gerede gekommen. Vor Kurzem hat der oberste Bauherr Manfred Rettig das Handtuch geworfen – weil er fürchtet, wegen veränderter Bauwünsche den Zeit- und Kostenplan nicht einhalten zu können.
590 Millionen Euro sollte das Humboldt-Forum bisher kosten; Insider gehen inzwischen von wesentlich höheren Summen aus. Außerdem ist der Bau neun Monate im Rückstand, was der Öffentlichkeit bislang verschwiegen wurde. Viele fürchten ein neues Chaos à la Hauptstadtflughafen, wo es seit Jahren nicht vorangeht. Jetzt ist ein neuer Plan aufgetaucht, der das Humboldt-Forum und Gesicht Berlins verändern würde. Und der hat ausgerechnet mit einem “Humboldt-Dschungel” zu tun

19 Februar 2016
6.50-6.57

@ Deutschlandradio

Deutschlandradio Kultur
Studio 9
Wilhelm von Boddien on the Humboldt Forum
Begrünung der Fassade ist „absurde Idee“

Wilhelm von Boddien zum Humboldt Forum
Begrünung der Fassade ist “absurde Idee”
Moderation: Liane von Billerbeck

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins des Berliner Schlosses, hält die Vorstellung von einem Dschungel an der Schloss-Fassade für vollkommen absurd. (picture alliance / dpa / Lukas Schulze)

Ein Architekturbüro würde gern die Fassade des im Bau befindlichen Berliner Humboldt Forums begrünen. Alexander von Humboldt hätte das vielleicht gefallen. Wilhelm von Boddien vom Förderverein für den Wiederaufbau des Stadtschlosses findet das dagegen lächerlich.

Ein dschungelartiger Bewuchs, der sich an der rekonstruierten Schloss-Fassade des künftigen Berliner Humboldt Forums emporranken soll? Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses (Förderverein Berliner Schloss e.V.), hält das für schlichtweg verrückt.

Entwurf: So könnte das mit Pflanzen bewachsene Humboldt-Forum einmal aussehen. (Credits / Grüne Fassade: © Hybrid Space Lab – Originalbild: © Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum / Architekt: Franco Stella mit FS HUF PG )

Im Deutschlandradio Kultur  bezeichnete von Boddien den Vorschlag eines Architektenbüros, in Lücken an der Fassade eine Art Humboldt-Dschungel wachsen zu lassen, jedenfalls als “humorvoll gemeint, aber absurde Idee”. Das seit unter anderem aus bautechnischen beziehungsweise statischen Gründen unmöglich. Allein die Tatsache, dass die Pflanzen ständig bewässert werden müssten, könne für die Fassade schwierig werden.

Was passiert im Winter mit dem Dschungel?

Von Boddien sagte: “Das Gebäude wäre höchst einsturzgefährdet schon während der Bauzeit. Und wer soll das denn alles begießen? Und was passiert im Winter, wenn das Grüne nicht mehr grün ist? Zumal ja Deutschland sehr zu Dschungelpflanzen neigt…”. Das Ganze sei eine sehr “pittoreske” Idee, aber alle Beteiligten sollte doch besser mit Ernst bei der Sache bleiben.

Auf aktuelle Finanzierungsschwierigkeiten, die den Weiterbau der Fassade behindern könnten, angesprochen, betonte von Boddien: Es werde keine Löcher in der Fassade geben, in die man Pflanzen setzen könnte. Er sei sehr zuversichtlich, dass die noch fehlenden Millionen für den Bau innerhalb der nächsten Jahre zusammen kämen. Auch die Dresdner Frauenkirche habe erst kurz vor Fertigstellung das noch nötige Geld einwerben. 

Das Interview im Wortlaut:
Liane von Billerbeck: Gestern haben wir hier bei uns und in der Wochenzeitung “Die Zeit” Pläne veröffentlicht, das Berliner Stadtschloss, das in der Mitte der Stadt als Humboldt-Forum wiederentsteht, mit einem Dschungel voller Pflanzen zu umhüllen. Nicht einfach so als schlichte Begrünung, sondern um an den Namensgeber, eben an Humboldt und dessen Forschungsreisen in die ganze Welt zu erinnern. Ein Dschungelschloss in Berlin, na, das hat uns doch gerade noch gefehlt! – Aber ja!, sagt Elizabeth Sikiaridi! Sie ist *) Partner bei hybrid space lab, die so einen Schlossdschungel initiiert haben.

Elizabeth Sikiaridi:Wo wir das auch gezeigt haben, ist das sehr, sehr positiv aufgenommen worden. Und wir haben auch von höheren Stellen mehrfach gehört, dass es die Rettung des Humboldt-Forums sein könnte.

von Billerbeck: Eine der Initiatoren eines grünen Dschungels am und auf dem wiederentstehenden Berliner Stadtschloss. Wie er diese pflanzliche Idee findet, das will ich jetzt vom Initiator des Wiederaufbaus und Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss e.V. wissen, von Wilhelm von Boddien. Schönen guten Morgen!

Wilhelm von Boddien: Einen schönen guten Morgen, Frau von Billerbeck!

von Billerbeck: Was halten Sie denn davon, ist das eine charmante Idee?

von Boddien: Ja, charmant auf jeden Fall, aber ich dachte, der Karneval ist vorbei! Sie ist nämlich völlig unrealistisch und passt besser in Sommerlöcher oder ähnliche Berichterstattung. Dieses Schloss wird gar keine Löcher haben, wo man Pflanzen reinpflanzen kann.

von Billerbeck: Die braucht man gar nicht!

von Boddien: Nein, das wächst von unten nach oben einfach aus statischen Gründen! Stellen Sie sich vor, wir würden … Und es geht ja darum, dass angeblich die Spendensammlung nicht so gut laufen würde. Und es geht jetzt darum, dass da Löcher in den Fassaden bleiben würden, wo ja eigentlich Sandstein reingehört, und die könnte man begrünen. Das Ding ist uralt übrigens, im Mai oder Juni vorigen Jahres bin ich damit von den Grünen in Berlin schon konfrontiert worden.

Eine ziemlich verrückte Idee
Es geht schon aus rein statischen Gründen nicht. Stellen Sie sich vor, da wird eine 70 Zentimeter dicke Backsteinmauer gemauert, in die Sandsteinelemente eingelegt werden, also in der gleichen Art wie vor 600 Jahren gotische Kathedralen gebaut wurden! Wie wollen Sie denn nach einem Lach von vielleicht 50 Zentimetern Breite dann darüber den Stein festkriegen? Denn hinter dem Stein ist eine Isolierung von 15 Zentimetern! Wenn da Pflanzen in Löcher gepflanzt würden, würde die außerdem noch voll Wasser laufen. Das Gebäude wäre also höchst einsturzgefährdet schon während der Bauzeit. Und wer soll denn das alles dann noch begießen? Und was passiert im Winter, wenn das Grüne nicht mehr grün ist, zumal ja Deutschland sehr zu Dschungelpflanzen neigt … Also, eine verrückte Idee! Charmant, aber völlig unrealistisch!

von Billerbeck: Also, Sie halten nichts davon, dass man die schöne barocke Fassade verbindet mit einer mehr als Begrünung? Das könnte doch auch eigentlich eine ganz nette Verbindung von gestern und heute sein? Und ich glaube, wenn wir uns an so viele Pflanzen auf Berliner Gebäuden erinnern, die brauchen keine 70 Zentimeter Erdschicht, die wachsen einfach so!

von Boddien: Ich habe einfach damals empfohlen, wir haben ja in Berlin noch eine Reihe wunderschöner Nazibunker stehen. Wenn man die mal begrünen würde …

von Billerbeck: Fehrbelliner Platz oder wie?

von Boddien: Ja, nein, Nazibunker meine ich, gleich an welcher Stelle. Und die haben ja ziemlich raue Fassaden und da könnte man ja wunderbar solche Sachen mal experimentell machen. Aber schauen Sie mal, wir sammeln 105 Millionen Euro für die Fassaden, um Berlin in der Mitte sein altes Gesicht wiederzugeben, und dann soll das einfach grün überwuchert werden? Das ist eine absurde Idee, ich lache darüber, ich finde sie höchst humorvoll! Aber ganz im Ernst: Ernsthaft darüber diskutieren kann man eigentlich nicht.

von Billerbeck: Trotzdem haben wir ja gehört und wir sehen das auch in den Reaktionen auf unseren und den “Zeit”-Bericht in den sozialen Netzwerken, dass viele Leute begeistert sind von der Idee eines Humboldt-Dschungels und auch dafür spenden würden, das hat man ja eben auch noch mal gehört. Wäre das nicht auch für Ihr Projekt eine willkommene finanzielle Auffrischung? Sie haben das zwar eben so in so einem Nebensatz abgebügelt, aber irgendwie fehlen Ihnen ja noch die Kleinigkeit von 48 Millionen, oder?

von Boddien: Ja, aber wobei man vergisst zu sagen, dass wir schon 57 Millionen gesammelt haben, und das in vier, fünf Jahren. Und wir haben noch vier Jahre Zeit. Zwei Drittel der Gelder kamen bei der Frauenkirche auch im letzten Drittel der Bauzeit. Also, ich muss Ihnen ehrlich sagen: Diese Sache, ja, und wir würden auch spenden dafür, das kenne ich so in- und auswendig! Das sind meist die Leute, die dann mit 20-Euro-Beträgen dabei sind. Was ja sehr ehrenvoll ist, aber …

von Billerbeck: Ach, wenn das viele sind, kann das viel Geld sein!

von Boddien: Ja, man hat mir mal gesagt, ich soll doch allen Deutschen einen Brief schreiben, weil wir damals von 80 Millionen, jetzt von 105 Millionen ausgegangen sind. Und jedem in Deutschland zu sagen, er möchte doch bitte einen Euro überweisen, dann hätte ich doch das Geld … Und da habe ich gesagt: Ja, wunderbar, aber ich habe 60 Millionen Schulden, weil bei 80 Millionen Deutschen nämlich ein Brief etwa 140 Millionen kostet, Papierversandt, Porto und alles, und dass diese Art der Finanzierung wohl nicht ganz sinnvoll ist.

Wer soll die Pflanzen gießen?
Nein, noch mal zu den Pflanzen zurück: Es ist sicherlich eine zauberhafte und sehr pittoreske Idee, aber mit ein bisschen Ernst sollten wir doch auch mit unserer Hauptstadt umgehen! Man kann sie doch nicht immer nur für solche Dinge verwenden! Und was passiert, wenn ich fünf Jahren die Pflanzen tot sind, keine neuen Pflanzen da sind? Berlin ist wahnsinnig arm, hat kein Geld. Das muss ja irgendeiner dann auch von den Betriebskosten hier leisten. Und …

von Billerbeck: Also, so viel Grün ist nicht sein Ding, zumindest nicht an seinem Stadtschloss! Danke an Wilhelm von Boddien, dem Initiator des Wiederaufbaus des Hohenzollernschlosses, das als Humboldt-Forum jetzt in Berlins Mitte neu ergrünt!