Affect Space bezieht sich auf selbstvermittelte Freiräume, die als affektive Hintergründe für digitale Selbstinszenierung fungieren.
Das Hybrid Space Lab hat Deep Space in diesem Zusammenhang vorgestellt.
Vorlesung & Diskussion Affect Space @ transmediale Festival, HKW Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 4 Februar 2018
Ein jährliches Festival und eine Plattform für kritische Reflexion über kulturellen Wandel aus einer postdigitalen Perspektive. Seit über dreißig Jahren eine der führenden internationalen Veranstaltungen im Bereich digitale Kunst und Kultur.
Das jährliche Festival bringt internationale Künstler, Forscher, Aktivisten und Denker zusammen, mit dem Ziel, durch die Verflechtung verschiedener Genres und kuratorischer Ansätze neue Perspektiven auf unser technologisches Zeitalter zu entwickeln. Im Laufe ihrer Geschichte hat sich die transmediale von ihren Anfängen als VideoFilmFest zu einer der weltweit wichtigsten Veranstaltungen für Kunst und digitale Kultur entwickelt.
Seit 2021 und zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals betreibt die transmediale ihren Atelierraum im silent green Kulturquartier, wo das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungsformate und Aktivitäten stattfinden.
Vortrag und Diskussion mit Prof. Elizabeth Sikiaridi und Prof. Frans Vogelaar, Hybrid Space Lab
Im Rahmen des Forschungsprojekts Affect Space, das Masterclasses und Events in Berlin, Madrid, Rotterdam und Den Haag (2018-1019) miteinander verbindet, werden in diesem Roundtable der Kontext und die Ergebnisse der ersten Masterclass der Reihe besprochen.
„Deep Space“ ist ein langfristiges Forschungsprogramm, das ins Leben gerufen wurde, um sich mit Erinnerungspolitik, umstrittenen Orten und Denkmälern, Digitalisierung und Kulturerbe auseinanderzusetzen.
„Deep Space: re-signifying Valle de los Caídos“ zielt darauf ab, kreative Prozesse, Konzepte und Ideen zu entwickeln, die die symbolische Kraft des Ortes durchbrechen und transformieren können.
Das „Valle de los Caídos“ ist eines der umstrittensten Denkmäler der Welt.
Das Bauwerk wurde zwischen 1940 und 1959 teilweise durch Zwangsarbeit spanischer republikanischer politischer Gefangener errichtet.
Neben den Überresten von über 33.000 Gefallenen beider Konfliktparteien (die aus über das ganze Land verstreuten Massengräbern dorthin überführt wurden) befindet sich an der prominentesten Stelle der Basilika Francos Grab – und daneben das Grab des Falangistenführers Antonio Primo de Rivera.
Workshop Deep Space: Re-signifying Valle de los Caídos @ Medialab Prado & Valle de los Caídos, Madrid, 25-27 Oktober 2018
Eröffnung, Ausstellung, Vortrag & Diskussion Lost Memory – Recovered Memory @ Goethe Institut & Fundación Pablo Iglesias, Madrid, 5. Juni 2019
Workshop & Vortrag @ ISEA 2022 Symposium “Possibilities” Heritage and Futures, Barcelona, 12 & 14 Juni 2022
Face
Value
“Things are what they are—but could they be different? Die transmediale 2018 face value widmet sich einer Bestandsaufnahme, einer Erfassung der Umstände unserer Zeit in ihrem Kern – um zu verstehen, wie man sie verändern könnte. Im Vordergrund steht der Versuch, diejenigen Werte und Wertschöpfungsprozesse offenzulegen, die zu den extremen politischen, ökonomischen und kulturellen Gräben unserer Gegenwart beigetragen haben. Dabei möchte das Festival neue Möglichkeiten ausloten, sich der alarmierenden Entwicklung eines digitalen Populismus, der Radikalisierung der Netzkultur und neuen Kulturkämpfen zu widersetzen und diese zu dekonstruieren.
Durch reaktionäre und algorithmisch gelenkte Kommunikationspraxen erscheint es im öffentlichen Diskurs mittlerweile normal, Dinge für bare Münze zu nehmen [taking things at face value]. Mit der kommenden Festivalausgabe möchte die transmediale diese Tendenz hinterfragen und den Blick auf tiefer liegende, weniger offensichtliche Probleme richten, die sich durch alle Bereiche der Gesellschaft ziehen. Dazu zählen bei Veranstaltungen zu digitaler Kultur kaum diskutierte Machtdifferenzen wie Ungleichheitsverhältnisse von class, gender und race, die auch in technologische Systeme implementiert werden. Tatsächlich scheint die (post)digitale Kultur heute Hass schürenden, rassistischen und neokolonialen Mächte eher einen fruchtbaren Nährboden zu bieten, als emanzipatorische Alternativen hervorzubringen. Das sollte jedoch kein Grund sein, sich nach einer mythischen Vergangenheit zurückzusehnen, in der angeblich das Internet frei und die digitale Kreativität ungebremst waren. Vielmehr ist eine Öffnung gegenüber aufrüttelnden, aber auch einenden kulturellen Praxen und mutigem spekulativen Denken vonnöten – ebenso wie eine selbstkritische Haltung und ein Bewusstsein dafür, dass nichts jemals so simpel ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Auch Kulturveranstaltungen wie die transmediale beziehen ihre Einflüsse aus unterschiedlichen politischen Vorstellungswelten und Gemeinschaften, die zwar Widerstand leisten, aber zugleich eine Mitschuld an den Entwicklungen tragen, welche es so dringend aufzuhalten gilt.
In Anbetracht dieser aktuellen Herausforderungen und Paradoxien stellt sich die Frage, wie Künstler_innen, Kulturschaffende und Theoretiker_innen ihre eigenen Wertesysteme reflektieren – facing values – und darüber hinaus auf die gegenwärtige Tendenz reagieren können, Dinge in erster Linie nach dem äußeren Anschein zu beurteilen – taking things at face value. Wie lassen sich Vorurteile und ausbeuterische Mechanismen als das benennen, was sie sind, um so neue Wege des Widerstands, der Dekonstruktion und der Überwindung zu entwerfen?”
transmediale Festival 2018 Face Value
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